mardi 17 février 2015

Sheila, Königin mit neuem Zweibeiner

Rrrrauu !



Eine chaotische Wohnung/Familie, ein kleiner Hund, ein zweiter Kater, jüngste Tochter des Hauses rennt seit Monaten mit einem sich blähenden Kugelbauch rum, zwei Futterstellen (für 3 Tiere !), drei große Zimmer und das Bad wie auch sämtliche Tische ... TABU (seit dem komischen Bauch)!

Eins dieser Zimmer sogar nur 2x pro Woche benutzt !

Kein Sparringspartner.

Klar, den Kater mag jeder, sandfarben mit Kreismuster, groß, schlank, Muskelpaket, a Gsicht wie da Michael Fassbender...

Aber sein Hirn ?

Ich habs probiert mit ihm, aber was soll ich mit einem so verwirrten Sparringspartner...

..."Wer is das ?", "Kenn ich die nicht von wo ?", "Was will die schon wieder von mir ?", "Was hab ich ihr jetzt schon wieder getan?", "Da ! Ich hab Wasser gefunden!!!", "Wieso haut mich die ?", "Wer is das ?"...und wieder von vorn...

:stupido:

Wenn nicht sich selbst, haut er irgendwas anderes runter ("Was war das ? Wer schmeißt da mit Sachen ? Muß i ma anschaun ! Ich hab Wasser gefunden !")

Bei dem mußt dauernd um dein Futter fürchten, der vergißt sogar, daß er satt is...

Aber dieses hastige Fressen bekommt mir nicht, muß dauernd brechen...

Wenigstens versteht ers, wenn du dein Revier markierts, dann laßt er sich eine Zeitlang nicht blicken...

Die Zweibeiner allerdings...



Nun...

ist da dieser andere Zweibeiner aufgetaucht, rennt durch die Wohnung, sitzt mal am Boden, macht mal ohrenbetäubenden Lärm, rennt wieder rum...

Und immer schaut, wenn er wieder weg ist, alles anders aus als vorher.

Mysteriös.

Zwischendurch kann er immer wieder seine Pfoten nicht von mir lassen, stört mich aber nicht bei meiner wichtigsten Beschäftigung:

Alles Überwachen.

Ich glaub, der hilft mir sogar dabei...

Sei es wie es sei...

Ein paarmal steckten sie die Riesenköpfe zusammen, murmelten Kauderwelsch, sahen zu mir runter oder rüber, ich konnte ihn denken sehen...

einen halben Tag wurden der Kater und ich zu ihm ausquartiert, mit Klo und allem, raus aus der chaotischen Höhle, über diesen traumhaft immerkühlen Boden, auf dem wir uns so gern drehen und räkeln, in der Höhle wo´s nur nach oben oder unten geht, wo´s diese silberne Wand gibt, die manchmal ein kleiner beleuchteter Raum ist und bängstigende Geräusche macht bevor sie sich verwandelt, und, wußt´ich´s doch, den kenn ich.



Als es warm war und ich an einem der großen Frischluftspender saß und mit dem Gedanken spielte, eine Taube zu jagen, sah ich ihn immer wieder.

Er hat wohl auch diese Frischluftspender und nutzt sie. Tauben jagen is aber glaub ich nicht so sein´s.



Da saß ich nun also und atmete Frischluft in einer fremden Höhle, geräumig, ruhig, und doch sah ich unseren Balkon, aber aus einem anderen Winkel, von jenseits der Gitterstäbe...

Irre spannend.



Wir mußten dann wieder in unsere Höhle zurück, obwohl ein grauenhaft beißender Geruch in der Luft lag.

Immerhin waren die kleinen zwickenden und hüpfenden Dinger dann tot.

Wurscht...

Ein paar Tage und einige male Kauderwelsch später dann:

Es ist der Tag !

Es wird wahr, was ich schon vermutet und soo sehr gehofft hab :

Auszug. Neue Höhle. Aufmerksamkeit. Ruhe. Meine eigene Futterstelle. Zwei sogar. Ein fettes Fauteuil mit Fleckerlteppich als Kratzbaummonster. Viel zum erkunden und klettern. Und : Sparring !



Meine dritte Lebensabschnittshöhle grenzt ans Schlarraffenland.

Wenn ich um was bitte, bekomm ich´s.

Ok, der neue Zweibeiner hebt mich täglich hoch und hält mich, was ich ja garnicht leiden kann, aber nie zu lang, vielleicht gewöhn ich mich ja noch dran.

Und die Höhle verändert sich ständigt, aber er achtet drauf, daß es immer ein spannendes Platzerl gibt, mit gutem Überblick über alles.

Er hat mir sogar ein eigenes Sofa geschenkt, das is aber viel zu klein, außerdem hab ich eh sein´s.

Und wie mich der streichelt !

Da ein neues Bett, dort ein neuer Vorhang, hier ein neues Spielzeug, mal was neues zum Klettern.

Soviel zu erforschen ! Ich glaub, so alt kann ich garnicht werden...

Großes angenehmes Abenteuer das.

Mindestens jeden zweiten Tag Sparring, wenn ich will plätscherndes Wasser.

Und fast schon zu viel Aufmerksamkeit.

Und er redet viel mit mir. Er glaubt, ich versteh ihn. Ich tu ihm den Gefallen.

Er is ja auch so dankbar für mein Schnurren.



Also ich fühl mich wohl in meinem Fell. Die sinnlosen Fluchtversuche über die Rauf-und-Runter-Höhle mit dem kalten Boden, sind auch nicht mehr nötig.

Wenn der Zugang dazu frei is, wälz´ ich mich kurz, aber dann geh ich wieder rein.

Ich kann Euch sagen, ein Leben als Königin hat was !



Ich muß mich jetz putzen, aber ich meld mich mal wieder.



Liebes Maunzen, Eure Sheila.





Sheila, Königin mit neuem Zweibeiner

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